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Auf vier Pfoten durch den Schnee – eine Husky Tour in Schwedisch Lappland

Schon von weitem hört man das aufgeregte bellen, die zurrenden Leinen und das freudige Hecheln der Schlittenhunde. In Paaren angeleint stehen sie vor den traditionellen Holzschlitten gespannt und sehnen die Abfahrt herbei. Leila tippelt aufgeregt auf ihren Pfoten, die in kleine rote Söckchen gepackt sind. Sie sollen die sensiblen Pfoten vor zu kaltem Schnee und spitzen Untergründen schützen. Kiro hingegen genießt noch kurz die Ruhe und liegt träge eingekringelt im Schnee, sodass man nur eines seiner unterschiedlich farbigen Augen sieht.

Kaum biegen wir um die Ecke auf den See, wo die Gespannte auf uns warten, werden wir euphorisch empfangen. Die Hunde beobachten gespannt wie wir näher kommen, erst ein wenig unsicher Abstand halten und uns dann langsam antasten um erste Berührungsängste abzubauen. Nach ein paar Minuten haben die Vierbeiner unsere Herzen im Sturm erobert. Sie lassen sich kraulen und belohnen uns nach einer intensiven Kuscheleinheit mit einem feucht-fröhlichen Kuss über das ganze Gesicht.

Bevor es losgeht werden wir in Gruppen aufgeteilt, auf jedem Schlitten können bis zu drei Personen sitzen. In Rentierfelle eingekuschelt und die Mützen tief ins Gesicht gezogen ertönt ein Signal und die Leinen spannen sich. Alle acht Huskys vor unserem Schlitten schmeißen sich in ihr Geschirr, bellen und beweisen mit einem kräftigen Ruck ihre Stärke. Auf los geht’s los!

Schon nach ein paar Metern haben die Hunde ihren Rhythmus gefunden und der Schlitten gleitet fast mühelos durch den knirschenden Tiefschnee. Erst führt uns die Tour über einen zugefrorenen See, unendliche Weiten und unberührte Uferlandschaften sind vom Schnee überzogen. Dann geht es für eine Weile weiter durch ein Waldgebiet. Die Hunde finden wie von selbst den Weg zwischen den engen Baumreihen, sie tippeln unermüdlich im Takt der Kollegen. Nur hin und wieder korrigiert unser Fahrer das Tempo der Gruppe mit einem kurzen Befehl.

Nach einer Stunde legen wir einen kurzen Stopp ein. „So, wer traut sich denn mal selbst ans Steuer?“, fragt unser Fahrer. Ich zögere einen kurzen Moment – die Chance bekomme ich nur einmal im Leben. Keine zwei Minuten später stehe ich, wo vorhin noch unser erfahrender Guide den Schlitten gelenkt hat. Ein wenig wackelig sind die zwei Kufen und in der Mitte die Metallplatte zum Bremsen. Ehe ich mich noch auf das Startsignal konzentrieren kann, laufen die Hunde auch schon los. Sie merken, dass ich noch ein wenig unsicher bin und drosseln das Tempo. Später will ich mich ausprobieren und sporne sie ein wenig an. Die Quittung für meine Selbstsicherheit kassiere ich umgehend und lande mit einem Fuß im Schnee. Ich kann mich grade noch so fangen und hänge ein wenig unbeholfen auf den Schlittenkufen. Die Hunde stoppen sofort, blicken sich um. Sie merken die kleinste Unregelmäßigkeit im Laufen. Ich ziehe meinen Stiefel aus dem Schnee, richte den Schlitten und weiter geht’s.

Wieder zurück am Seeufer merke ich erst wie kalt meine Hände und Füße geworden sind, aber das stört mich nicht. Ich habe soeben das erste Mal (und vielleicht auch das einzige Mal) in meinem Leben einen traditionellen Hundeschlitten durch die Wildnis von Schwedisch Lappland gelenkt. Dann gibt es noch einen heißen Kakao und Plätzchen. Leila und Kiro liegen selig im Schnee und lassen sich von uns zum Abschied noch einmal so richtig verwöhnen, was will man und Husky mehr?